
Es war ein regnerischer Dienstagabend in München, als Leo bemerkte, dass die Straßenlaterne vor seinem Fenster flackerte. Normalerweise hätte er das ignoriert, doch heute schien das Licht in einem seltsamen Rhythmus zu blinken — kurz, lang, kurz, kurz.
Neugierig zog er seine Jacke an und trat hinaus. Die Luft roch nach nassem Asphalt und frischem Brot aus der kleinen Bäckerei an der Ecke. Als er näher an die Laterne trat, entdeckte er etwas Ungewöhnliches: Unter dem Metallmast lag ein kleiner silberner Schlüssel.
„Das kann kein Zufall sein“, murmelte Leo.
In diesem Moment ging die Laterne aus. Die ganze Straße lag plötzlich im Dunkeln. Nur am Ende der Gasse leuchtete ein einzelnes Fenster in einem alten Haus, das seit Jahren leer stand.
Leo hielt den Schlüssel fest und ging langsam auf das Haus zu. Mit jedem Schritt hatte er das Gefühl, beobachtet zu werden. Der Wind pfiff durch die schmalen Straßen, und irgendwo schlug eine Tür zu.
Vor dem Haus angekommen, bemerkte er eine kleine Gravur an der Eingangstür:
„Nur wer sucht, wird finden.“
Mit zitternden Händen steckte Leo den Schlüssel ins Schloss.
Ein leises Klicken.
Die Tür öffnete sich von selbst.