Beteiligt waren die mobile Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Wasserwacht Tengling-Törring, die Wasserwacht-Ortsgruppe Tettenhausen sowie die Feuerwehr Tettenhausen. Ziel der Übung war es, das gemeinsame Vorgehen bei einem möglichen Eiseinbruch zu trainieren und verschiedene Rettungsmittel praktisch zu erproben.
Vor Ort waren die Kräfte der mobilen SEG Tengling-Törring mit rund 10 Einsatzkräften und ihren Einsatzfahrzeugen, die Ortsgruppe Tettenhausen mit etwa 5 Einsatzkräften sowie die Feuerwehr Tettenhausen mit ca. 7 bis 8 Einsatzkräften.
Hochqualifizierte Wasserretter: Ausbildung, die Sicherheit schafft
Ein Schwerpunkt der Übung lag auf den Einsatzkräften der Wasserwacht, die für Einsätze auf und in Gewässern besonders qualifiziert sind: Die beteiligten Helferinnen und Helfer sind ausgebildete Wasserretter. Diese Qualifikation ist komplex und zeitintensiv – sie umfasst neben Rettungstechniken und medizinischen Grundlagen vor allem das sichere Handeln in kalten, dynamischen und unübersichtlichen Wasserlagen. Genau diese hohe Ausbildungstiefe sorgt dafür, dass die Einsatzkräfte den Umgang im Wasser sowie den Einsatz spezieller Rettungsmittel auch unter anspruchsvollen Bedingungen professionell beherrschen.
Gerade in den Wintermonaten zeigt sich, wie wichtig diese Spezialisierung ist: Die Wasserwacht hält dafür landkreisweit Einheiten vor, die bei Gefahrensituationen auf gefrorenen Gewässern schnell und fachgerecht helfen können.
Realitätsnaher Auftakt: Person bereits im Wasser
Zu Beginn wurde ein echtes Einsatzszenario simuliert: Eine Person befand sich bereits im Wasser in einem Bereich eingebrochener Eisflächen – unter der Brücke war das Wasser nicht vollständig zugefroren. Nach dem gemeinsamen Eintreffen von mobiler SEG und Feuerwehr stellte sich die mobile SEG Tengling-Törring umgehend einsatzbereit auf: Ausgebildete Wasserretter rüsteten sich mit trockenen Wasserretteranzügen aus und gingen mit einem mobilen Eisrettungsschlitten, der speziell für Einsätze auf Eis und in Eisbruchbereichen konzipiert ist, in die Rettung vor.
Parallel dazu unterstützte die Feuerwehr Tettenhausen die Maßnahmen durch das Ausleuchten des gesamten Einsatzbereiches und half am Ufer bei der Absicherung und Organisation der Rettung.
Unterschiedliche Rettungsmittel im Praxistest
Im Anschluss testeten die ausgebildeten Wasserretter der Ortsgruppen Tengling-Törring und Tettenhausen gemeinsam verschiedene Einsatzmittel und Vorgehensweisen, um Personen sicher aus dem Wasser bzw. aus Eisbruchstellen zu retten. Der Fokus lag dabei besonders auf der schnellen, sicheren Rettung bei gleichzeitigem Eigenschutz der Einsatzkräfte.
Die Übung stieß auf großes Interesse: Viele Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das Geschehen von der Brücke aus und konnten beobachten, wie anspruchsvoll und zugleich wichtig Rettungsmaßnahmen auf Eis im Winter sind.
Gemeinsame Nachbesprechung und Abschluss
Nach Abschluss der praktischen Teile fand bei der Feuerwehr Tettenhausen eine gemeinsame Nachbesprechung statt. Dabei wurden Abläufe, Kommunikation und die eingesetzten Rettungsmittel reflektiert. Im Anschluss kamen die Beteiligten noch zusammen, um sich aufzuwärmen und den Übungstag gemeinsam ausklingen zu lassen.
Bereits im Einsatz: Alarmierungen am Waginger/Tachinger See
Dass Eisrettung keine reine Theorie ist, zeigte sich bereits in diesem Winter am Waginger/Tachinger See: Die mobile SEG Tengling-Törring ist unverzüglich ausgerückt, als ein Hund (Dackel) bei Waging in eine gefährliche Situation auf dem Eis geraten war. Zudem gab es einen weiteren Eisrettungseinsatz im Bereich Taching, bei dem zwei Kinder in eine kritische Lage auf dem Eis gerieten und die Einsatzkräfte schnell Hilfe leisten mussten. Solche Alarmierungen verdeutlichen, wie schnell sich winterliche Gewässer in Gefahrenschwerpunkte verwandeln können – und wie entscheidend gut ausgebildete Wasserretter und passende Ausrüstung sind.
Hinweis: Mobile SEGen im Landkreis Traunstein – auch im Winter einsatzbereit
Im Landkreis Traunstein gibt es mehrere mobile Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht – unter anderem in Obing, Bergen und Tengling. Diese Einheiten können auch im Winter an allen Gewässern im Landkreis ausrücken und sind durch spezielles Material sowie die Wasserretterausbildung gezielt für Lagen bei Eis und Kälte vorbereitet. So stehen landkreisweit Kräfte bereit, die insbesondere bei winterlichen Gefahrenlagen auf Gewässern schnelle und fachgerechte Hilfe leisten können.


